Der Weihnachtsstern als Kübelpflanze

In großer Zahl stehen sie jetzt wieder in den Blumengeschäften, Supermärkten und Gartencentern: Weihnachtssterne (botanisch Euphorbia pulcherrima) mit ihren attraktiven roten Hochblättern gehören zur Weihnachtszeit wie Lebkuchen und Kerzenlicht. Jährlich werden in Deutschland 35 bis 40 Millionen Exemplare verkauft, was zum einen für ihre Beliebtheit spricht. Doch andererseits bedeutet es auch, dass sie im Januar einfach weggeworfen werden, genau wie die Weihnachtsbäume. Ist das nicht schade?

Weihnachsstern im Pflanzgefäß Verona aus Wasserhyazinthe – Weihnachsstern im Pflanzgefäß Verona aus Wasserhyazinthe

Weihnachssterne mehrjährig halten

Wem der Trend zur Ex-und-Hopp-Pflanze widerstrebt, muss das alljährliche Weihnachtsstern-Entsorgen nicht mitmachen. Denn eigentlich ist „Euphorbia pulcherrima“ eine mehrjährig blühende Pflanze, die in südlichen Regionen zu drei Meter hohen Bäumchen heran wachsen kann. Ursprünglich stammt sie aus Mittel- und Südamerika und wird in Mexiko „Feuerblume“ genannt. Weiterlesen

Wann können Kübelpflanzen ins Freie gestellt werden?

Kübelpflanzen im Plfanzkübel MEGA aus WasserhyazintheDer April macht zwar, was er will, doch dieser Tage meint er es gut mit uns. In den meisten Regionen ist das Wetter frühlingshaft mild, die Sonne scheint, die Temperaturen klettern schon mal deutlich über 20 Grad. Und so fragen sich sicher viele Pflanzenfreunde: Können die Kübelpflanzen jetzt eigentlich schon raus?

Die Antwort ist: Kommt drauf an – nämlich darauf, um welche Pflanzen es sich handelt. Auch der geografische Standort ist nicht unwichtig, denn der Wetter- und Temperaturverlauf ist je nach Lage, Breitengrad und Höhe über dem Meeresspiegel durchaus unterschiedlich.

Ein paar Tipps haben wir für Sie zusammen getragen:

  • Den letzten Frost abwarten: Die allgemeinste Regel ist, so lange zu warten bis kein Frost mehr droht. Zur Orientierung dienen da die „Eisheiligen“ vom 11. bis zum 15.Mai – danach sinken die Temperaturen normalerweise nicht mehr unter Null. Da in den Regionen jedoch sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen herrschen, schadet es nichts, auf Erfahrungswerte zurück zu greifen. So zeigt etwa der Klimamonitor Norddeutschland für Cuxhaven den 78. Tag des Jahres als letzten Frosttag im langjährigen Mittel an, wogegen in Braunschweig noch am 105. Tag Minustemperaturen herrschten.
  • Mediterrane Pflanzen dürfen früher ins Freie: Oleander, Lorbeer und Olivenbäumchen haben festere Blätter und vertragen auch leichten Frost bis etwa minus 5 Grad. Sie dürfen also grundsätzlich schon nach draußen, doch sollte man weiterhin auf die Temperaturen achten, insbesondere nachts. Kübel frieren leichter ein als Beete, deshalb sollte man sie im Zweifel noch mit Vlies, Decken oder Luftpolsterfolie schützen, wenn der Wetterbericht dann doch mal tiefere Temperaturen ansagt.
  • Tropische Pflanzen vertragen keine Kälte: Banane, Vanilleblume, Engelstrompete und verschiedene Palmenarten vertragen nicht nur keinen Frost, sondern benötigen konstante Temperaturen über 10 Grad. Ende Mai ist für sie demnach der früheste Zeitpunkt für den Auszug aus dem Winterquartier.
  • Nicht gleich in die pralle Sonne! Durch allzu plötzliche, für die Pflanzen nach der Überwinterung noch ungewohnte UV-Bestrahlung kann es zu Blattschäden, ja regelrechten Verbrennungen kommen. Zwei bis drei Wochen sollten sie deshalb zunächst an einen schattigen, mindestens halbschattigen Ort gestellt werden, bevor sie ihren „Platz an der Sonne“ im Freien einnehmen. Ist ein solcher Ort nicht vorhanden, sollten Sie selbst für die Beschattung der Pflanzen sorgen, z.B. mit einem Sonnenschirm oder durch Überspannen mit einem leichten, locker gewebten Tuch.
  • Geschützte Plätze bevorzugt! Grundsätzlich lieben Kübelpflanzen geschützte Standorte. Kalte Ecken kommen nicht in Betracht, sie brauchen einen windgeschützten Platz frei von Zugluft, der sie vor extremem Wetter schützt.

Beschneiden und umtopfen

Palme im Pflanzkübel BLOCKDas Frühjahr ist im übrigen auch die richtige Zeit fürs Beschneiden und Umtopfen. Alle vertrockneten Blätter und Äste kommen weg, auch schwache Austriebe werden entfernt und zu üpprige Pflanzen werden jetzt ausgedünnt.

Umtopfen ist nicht nötig, wenn kein Größenwachstum erwünscht ist. Es genügt dann, die Pflanze aus dem Topf zu nehmen, alte Erde zu entfernen, die Wurzeln ein wenig zu beschneiden und sie dann mit neuem Substrat wieder einzusetzen. Sollte Umtopfen doch fällig sein, sollte der neue Kübel im Durchmesser etwa zwei bis drei Zentimeter größer als der alte gewählt werden. Mit dem Düngen können Sie dann ein paar Wochen warten, denn neue Erde enthält meist schon alles, was die Pflanze fürs erste braucht.

Kübelpflanzen-Info: Dracena, der Drachenbaum

Der Drachenbaum gehört zu den beliebtesten Topf- und Kübelpflanzen. Er ist äußerst anspruchslos und kommt in seinen grünen Formen mit wenig Licht aus. Auch Pflegefehler wie zu seltenes Gießen machen ihm kaum etwas aus, was ihn für die Haltung im Büro prädestiniert, wo das ja gerne mal vergessen wird. Trotz seines Namens ist der „Drachenbaum“ aber nicht wirklich ein Baum, sondern gehört als Gattung zur Familie der Spargelgewächse. Optisch wirkt er palmenähnlich und wird deshalb manchmal mit Yuccas und anderen Palmenarten verwechselt.

Drachenbaum in Raumteiler Elemento

Der Drachenbaum hat zwar einen schlanken Stamm, doch anders als bei Bäumen kann dieser sich nicht beliebig weit verzweigen. Sofern die jeweilige Art überhaupt verzweigt, stehen die Äste nur in einem sehr engen Winkel vom Hauptstamm ab, der im übrigen beim Kauf oft noch kaum sichtbar ist.

Weiblicher Drache mit wertvollem „Drachenblut“

Zur Herkunft des Namens Dracena (griechisch für „weiblicher Drache“) gibt es verschiedene Theorien. Zum einen treibt die Pflanze gleich mehrfach wieder aus, wenn man einen Trieb abbricht. Dies erinnert an die „Hydra mit den 7 Köpfen“, die nachwachsen, sobald man sie abschlägt. Eine andere Interpretation bezieht den Namen auf das rote Harz, das die Pflanze bei Verletzungen absondert. Dieses „Drachenblut“ wurde im Mittelalter medizinisch genutzt, später auch zur Veredelung von Holzoberflächen eingesetzt.

Die Drachenbäume umfassen bis zu 150 Arten und sind in den Tropen und Subtropen Afrikas und Asiens sehr verbreitet. Ihre langen schmalen, schwertförmigen Blätter sind mal grün, grün-gestreift oder auch rot-rotbräunlich gerändert.

Drachenbäume als Kübelpflanzen

Von den vielen Arten der Drachenbäume sind nur einige, besonders für die Indoor-Haltung geeignete Arten im Blumenhandel zu haben, darunter Dracaena reflexa (Bild 1), Dracaena draco (Bild 2), Dracaena deremensis, Dracaena marginata und Dracaena fragrans. Was den Standort angeht, so gilt grundsätzlich: je heller und bunter das Blattwerk ist, desto größer ist der Lichtbedarf der Pflanze. Steht sie dunkler, geht sie zwar nicht ein, doch geht die attraktive Blattzeichnung dann oft verloren. Direkte Sonne vertragen die Pflanzen nicht so gut, stellt man sie im Sommer nach draußen, sollte auf ausreichende Beschattung geachtet werden.

Ist der Pflanzkübel groß genug, kann der Drachenbaum – gute Pflege voraus gesetzt – im Zimmer oder Wintergarten über zwei Meter hoch werden!

Pflege und Vermehrung

Dracena im Pflanzgefäß BLOCKDrachenbäume kommen auch mit wenig Wasser aus, doch während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer entwickeln sie sich bei häufigem Gießen und zweiwöchentlicher Düngung mit Flüssigdünger besonders gut. Staunässe sollte auf jeden Fall vermieden werden, damit die Wurzeln nicht anfaulen. Außerhalb der Wachstumszeit ist das Gießen und Düngen deutlich zu reduzieren, wenn möglich sollte man den Drachenbaum dann auch etwas kühler stellen. Wer dafür keine Räumlichkeiten hat, sollte die Pflanze zumindest gelegentlich besprühen bzw. die Blätter ab und zu feucht abstauben.

Wird der Drachenbaum zu hoch, kann man ihn einfach kürzen. Binnen weniger Wochen wird er unterhalb der Schnittstelle neu austreiben. Abgeschnittene Triebe können ebenfalls zu neuen Pflanzen werden: Blätter abschneiden, in eine Vase stellen – und schon bald werden sich neue Wurzeln und Austriebe bilden. Diese lassen sich dann einzeln oder zu mehreren in entsprechende Pflanzgefäße setzen.

Kübelpflanzen-Info: Dieffenbachia – attraktiv und dennoch anspruchslos

DieffenbachiaDie Dieffenbachien gehören zu den Aronstabgewächsen und umfassen laut Wikipedia insgesamt 51 Arten. Sie stammt aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, ist jedoch bei uns lange schon als beliebte Zimmerpflanze „heimisch“.

Ihre ganzjährig grünen Blätter mit unterschiedlich intensiver weißer oder gelber Musterung macht sie besonders attraktiv. Anfänglich stehen viele dieser Blattaustriebe büschelartig zusammen, doch im Lauf der Zeit bildet die Dieffenbachia einen bzw. mehrere Stämme von ca. drei bis 5 cm Dicke, von denen die Blätter ausgehen. Im lauf der Zeit wirft sie vor allem die unteren Blätter ab und kahlt so etwas aus, was aber kein Grund ist, sie zu entsorgen. Man sollte sie dann zusammen mit einer anderen Regenwaldpflanze (z.B. einer Efeutute) in einen größeren Pflanzkübel setzen und kann sich dann weiter an dem schönen Ensemble erfreuen. Altrenativ kann man sie auch radikal zurück schneiden, dann treibt sie aus dem Stamm neu aus.

Standort: Keine direkte Sonne!

Wie viele aus den Tropen stammende Zimmerpflanzen verträgt die Dieffenbachia keine direkte Sonne, braucht es aber dennoch hell. Steht sie zu dunkel, geht sie allerdings nicht ein, sondern verliert nur im Lauf der Zeit ihre hellen Blattmuster. Wohl deshalb wird sie gelegentlich als „Schattenpflanze“ beschrieben, doch schätzen wir sie ja gerade wegen ihrer interessant gemusterten Blätter, sollten ihr also einen geeigneten Platz gönnen. Ein Nordseitefenster ist ideal!

Blattwerk der Dieffenbachia

Pflege der Dieffenbachia

Die Dieffenbachien, die im Handel zu haben sind, gehören mit zu den anspruchslosesten Zimmerpflanzen. Ihrer Herkunft entsprechend sollten sie nicht allzu trocken stehen: tägliches Besprühen tut ihnen sehr gut, doch ist das kein Muss. Es gibt auch sehr schöne Exemplare, die nur selten oder gar nicht besprüht werden, das kommt sehr auf die Luftfeuchtigkeit an, die am Standort herrscht. Auf jeden Fall sollte man die Erde nicht austrocknen lassen, sondern die Dieffenbachia regelmäßig gießen, im Sommer häufiger als im Winter. Düngergaben alle ein- bis zwei Wochen regen das Wachstum an, doch auch hier gilt: es ist kein Muss! Einmal jährliches Umtopfen in frische Erde hat bei manchen Pflanzenfreunden völlig ausgereicht, um lange Freude an der Pflanze zu haben. Und manchmal will man ja auch nicht, dass sie „in den Himmel wächst“.

Auf deutsch heißt sie „Giftahorn“

Dieffenbachia im Pflanzkübel RONDODen Namen „Dieffenbachia“ erhielt das Gewächs zu Ehren des Obergärtners Joseph Dieffenbach (1796–1863) des Botanischen Gartens in Wien. Der alte Name „Giftahorn“ wird praktisch nicht mehr verwendet, vermutlich weil der Handel niemanden vom Kauf der beliebten Pflanze abschrecken will. Doch bei allen Wohnungs-freundlichen Eigenschaften, die die Dieffenbachia aufweist, sollte man nicht vergessen, dass alle ihre Pflanzenteile giftig sind. Nicht „tödlich giftig“, doch zu Hautreizungen und Augenentzündungen kann es schon kommen, wenn man unachtsam mit ihr umgeht. Für Familien mit Kleinkindern und Menschen mit Haustieren ist sie daher nicht die optimale Zimmerpflanze, denn ihr versehentlicher Verzehr kann schwere Reizungen in Hals und Zunge und weitere Symptome hervorrufen, die man lieber nicht erleben möchte.

Überdramatisieren sollte man das allerdings nicht: ich habe selber Jahrzehnte mit Dieffenbachien zusammen gelebt und sie so wie alle anderen Pflanzen angefasst. Ohne je irgend eine negative Wirkung zu verspüren.