Der Weihnachtsstern als Kübelpflanze

In großer Zahl stehen sie jetzt wieder in den Blumengeschäften, Supermärkten und Gartencentern: Weihnachtssterne (botanisch Euphorbia pulcherrima) mit ihren attraktiven roten Hochblättern gehören zur Weihnachtszeit wie Lebkuchen und Kerzenlicht. Jährlich werden in Deutschland 35 bis 40 Millionen Exemplare verkauft, was zum einen für ihre Beliebtheit spricht. Doch andererseits bedeutet es auch, dass sie im Januar einfach weggeworfen werden, genau wie die Weihnachtsbäume. Ist das nicht schade?

Weihnachsstern im Pflanzgefäß Verona aus Wasserhyazinthe – Weihnachsstern im Pflanzgefäß Verona aus Wasserhyazinthe

Weihnachssterne mehrjährig halten

Wem der Trend zur Ex-und-Hopp-Pflanze widerstrebt, muss das alljährliche Weihnachtsstern-Entsorgen nicht mitmachen. Denn eigentlich ist „Euphorbia pulcherrima“ eine mehrjährig blühende Pflanze, die in südlichen Regionen zu drei Meter hohen Bäumchen heran wachsen kann. Ursprünglich stammt sie aus Mittel- und Südamerika und wird in Mexiko „Feuerblume“ genannt.

Weihnachsstern in Malta

Mit ein bisschen Geduld und der richtigen Pflege ist es durchaus möglich, den Weihnachtsstern über Jahre im Kübel zu halten und sich jedes Jahr erneut über die roten „Blüten“ zu freuen. Manche Exemplare zeigen ihre Schmuckblätter sogar über viele Monate. Es sind nämlich nur Blätter, die durch ihre knallige Farbe Bestäuber anlocken sollen. Die eigentlichen Blüten sind eher klein und unscheinbar.

Weihnachsstern

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, führt also einen Saft im Gewebe, der vor Fraßfeinden schützen soll und bei Hautkontakt auch mal Allergien auslösen kann. Wer der Pflanze also „zu Leibe rücken“, sie teilen, beschneiden oder umtopfen will, ist mit Küchenhandschuhen auf der sicheren Seite.

Da der Weihnachtsstern aus Ländern mit hoher Lichtintensität stammt, liebt er auch als Kübelpflanze helle Standorte, z.B. im Wintergarten oder direkt am Fenster. Die Temperaturen sollten nicht stark schwanken, sondern eher gleichmäßig über 18 Grad liegen, gerne auch wärmer – eigentlich genau richtig für Wohnräume! Wird es für die Pflanze zu kalt, lässt sie die Blätter hängen oder wirft sie ganz ab.

Die Pflege des Weihnachtssterns

Die Pflanze sollte gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden. Auf Lichtmangel und zu hohe oder geringe Bodenfeuchtigkeit reagiert der Weihnachtsstern mit dem Vergilben der Blätter. Man gießt und sprüht am besten mit lauwarmem Wasser. Allerdings: auch bei bester Pflege benötigt er eine Ruhephase, verliert also irgendwann seine schöne Färbung, bzw. lässt Blätter fallen. Die beste Ruhezeit ist von Februar bis April, während der man nur wenig Wasser gibt. Im Mai schneidet man den Weihnachtsstern dann auf 15 cm zurück, setzt ihn in frische Erde und erhöht nach und nach auch die Wassergaben. Das Wachstum setzt nun schnell wieder ein, was man über den Sommer bzw. von Juni bis Oktober mit zweiwöchentlichen Volldüngergaben (2 – 3 g pro Liter Gießwasser) unterstützt.

Weihnachsstern panaschiert

Den Impuls zur Ausbildung der starkfarbigen „Blüten“ bekommt der Weihnachtsstern, wenn die Tage kürzer werden. In unseren Breitengraden ist das ab Mitte September der Fall, ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Blütenbildung, wenn ansonsten alles stimmt. Ob die Blüte allerdings immer punktgenau zum Advent komplett ist, ist nicht sicher. Um das zu erreichen, bedienen sich Gärtnereien einer sehr genauen Lichtführung, die die Pflanzen 12 Stunden im Dunkeln stehen lässt. Im normalen Haushalt ist das kaum zu realisieren, doch ist diese Pünktlichkeit vielen „Heimgärtnern“ und Pflanzenfreundinnen auch nicht so wichtig. Dafür hält die Pracht evtl. deutlich länger, die Pflanze wird größer und bald sieht man ihr an, dass es keine gewöhnliche Massenware ist.

Tipp gegen Schädlinge:
Da sich gerne weiße Fliegen und andere Blattsauger am Weihnachtsstern zu schaffen machen, lohnt es sich, vorbeugend Lizetan-Stäbchen in die Erde zu stecken.

Weihnachsstern-gelb

Varianten des Weihnachtssterns und passende Pflanzgefäße

Neben den ca. 40 bis 60 cm hohen Pflanzen, die hauptsächlich als Einzelexemplar und Busch verkauft werden, bietet der Handel auch Hochstämmchen an. Auch farblich ist es nicht beim einfachen Rot geblieben: Mittlerweile bietet der Handel auch lila, gelbe und panaschierte Weihnachtssterne an. Was die Wahl des passenden Pflanzgefäßes angeht, so harmonieren Naturtöne, sowie weiße und schwarze Pflanzkübel gut mit dem kräftigen Rot. Gelbe Weihnachtssterne kommen in braun getönten Pflanzgefäßen aus Wasserhyazinthe besonders gut zur Geltung.

Weihnachtliche Legende

Zum besinnlichen Schluss sei noch eine schöne Legende erwähnt, die sich um die Herkunft des Weihnachtssterns rankt. Ein armes Mädchen namens Pepita habe an Weihnachten kein Geschenk für Christus kaufen können (welch andere Kultur!) und brachte also nur eine unscheinbare grünblättrige Pflanze in die Kirche. Dort erblühte jedoche der Weihnachtsstern und stellte all die anderen, teuren Gaben der Gemeinde in den Schatten.

Wir wünschen eine schöne Adventszeit!

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